Afrikaweite Beteiligung: BloodTrain fördert den Austausch zu regulatorischen Anforderungen im Bereich Blut

In einem gemeinsamen Workshop in Johannesburg vermitteln das BloodTrain-Team und die Africa Society for Blood Transfusion (AfSBT), welche regulatorischen Anforderungen und Standards notwendig sind, damit Bluttransfusionen für Patienten in Afrika sicherer werden. Das Treffen wirkt weit über die fünf Projektländer hinaus: Teilnehmende aus Behörden und Blutspende-Einrichtungen aus allen afrikanischen Regionen diskutieren zusammen, auch das WHO Hauptquartier, die regionalen Büros WHO EMRO und WHO AFRO sowie NEPAD beteiligen sich.

04.09.2019

Eindrücke aus dem Workshop "Implementation of Blood and Blood Product Regulation Training" in Johannesburg, 20. bis 22. August 2019

Mit dem Workshop fördert das BloodTrain – Team die teilnehmenden afrikanischen Länder darin, ein effektives regulatorisches System für den Bereich Blut und Blutprodukte aufzubauen. Wichtig war dem Projektteam bei diesem Treffen, den Austausch zwischen Regulatoren und Mitarbeitenden der Blutspende-Einrichtungen zu intensivieren, weshalb Vertreter beider Seiten eingeladen waren. Der Workshop wurde gemeinsam mit der Africa Society for Blood Transfusion (AfSBT) durchgeführt, die sich als überregionale Non-Profit-Organisation für sichere Bluttransfusionen in ganz Afrika einsetzt. Im Rahmen des Workshops wurde auch die weitere Zusammenarbeit zwischen dem BloodTrain und der AfSBT vereinbart und ein „Framework of Collaboration“ unterzeichnet. In diesem Rahmen werden weitere gemeinsame Aktivitäten für die kommenden Jahre geplant.

Insgesamt nahmen an dem Workshop 33 Mitarbeitende der Behörden und Blutspende-Einrichtungen aus 15 afrikanischen Ländern teil (Egypt, Ethiopia, Ghana, Kenya, Liberia, Malawi, Morrocco, Nigeria, Rwanda, South Africa, Sudan, Tanzania, Uganda, Zambia, Zimbabwe). Ein Vertreter von NEPAD (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung), deren Arbeitsgruppe für die Harmonisierung der Arzneimittelregulation (AMRH) ein wichtiger Partner des BloodTrain ist, unterstützte die Diskussionsrunden ebenso wie hochrangige Vertreter der verschiedenen Büros der Weltgesundheitsorganisation, darunter das WHO Hauptquartier, WHO AFRO (Regional Office for Africa) und WHO EMRO (Regional Office for the Eastern Mediterranean). Mit Unterstützung von EMRO konnten auch Teilnehmer aus Ägypten, Marokko und dem Sudan eingeladen werden. Das BloodTrain-Projekt konnte damit erstmals den Kontakt zu den nordafrikanischen Ländern der EMRO-Region und zu Ländern aus dem französischen Sprachraum herstellen. Der Workshop fand vom 20. bis 22. August 2019 mit dem Titel “Implementation of Blood and Blood Product Regulation Training” im südafrikanischen Johannesburg statt.

Schlüsselelemente der Regulation von Blut - und wie sie sich umsetzen lassen

Inhaltlich ging es bei dem Treffen darum, welche Schlüsselelemente auf nationaler Ebene vorhanden sein müssen, um ein annähernd sicheres und universales Angebot von Blut und Blutprodukten gewährleisten zu können. Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Teilnehmenden in kleineren Gruppen am Beispiel der Blutregulation eines fiktiven Landes, welche wichtigen Elemente darin fehlen, was ausreichend oder mitunter nur unzureichend reguliert ist und weshalb. In einem zweiten Teil des Workshops ging es darum, wie sich ein funktionierendes Regulationssystem für Blut umsetzen lässt. Dazu stellte die AfSBT ihr Programm der schrittweisen Bewertung und Akkreditierung von nationalen Blutspende-Einrichtungen vor, bei dem eine freiwillige Bewertung der Einrichtungen  nach internationalen ethischen und professionellen Standards erfolgt. Das BloodTrain – Team informierte außerdem, wie ein nationales Hämovigilanz-System aufgebaut sein könnte, ein Überwachungssystem, das die gesamte Bluttransfusionskette betrachtet und unerwünschte Transfusionsreaktionen registriert. Zusätzliche Zeit räumten BloodTrain und AfSBT für die Sitzung ein, in denen nach Regionen aufgeteilte Gruppen identifizieren sollten, was die wesentlichen Hindernisse für die Umsetzung einer Blutregulation in den einzelnen Ländern sind und welche Punkte sie in den kommenden sechs Monaten adressieren können. Beispielsweise wurde  von einigen Ländern als Ziel anvisiert, die regulatorischen Voraussetzungen für eine effektive Blutregulation zu verbessern. Zum Teil sind bisher auch die genaue Anzahl der lokalen Blutspende-Einrichtungen und deren Funktion noch nicht zentral erfasst, was in den nächsten sechs Monaten erreicht werden soll. Das BloodTrain – Team hat sich bereit erklärt, die Fortschritte der teilnehmenden Länder in diesen Bereichen unterstützend zu begleiten.

Wichtige Stakeholder kommen zusammen

Den Workshop begleitet und moderiert haben das GHPP BloodTrain – Team des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zusammen mit Experten der AfSBT, WHO AFRO; WHO Hauptquartier, WHO EMRO, sowie NEPAD. Damit kommen wichtige überregionale Partner des BloodTrain-Projektes zusammen, die sich für die Blutregulation in ganz Afrika einsetzen. WHO EMRO hat beispielsweise auch ein Programm zur Stärkung des regulatorischen Systems für Blut und Blutprodukte in ihrer Region aufgelegt und durch die Verzahnung erhofft sich das BloodTrain –Team zusätzliche positive Synergien.

„Wir freuen uns sehr, dass alle afrikanischen Regionen beim Workshop vertreten waren und wir das Konzept der Blutregulation über unsere fünf Partnerländer hinaus auch in den französisch-sprachigen afrikanischen Ländern bekannt machen konnten. Denn unser Fernziel von BloodTrain ist zusammen mit NEPAD ein harmonisiertes Arzneimittel-Regulationssystem in ganz Afrika zu etablieren“, so Dr. Jens Reinhardt, stellvertretender Projektleiter des GHPP BloodTrain Programms.  

 

 

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