Fehlerquellen in der Blutversorgungskette erkennen – BloodTrain schult in „Hämovigilanz“

Oktober 2019 – Das BloodTrain-Team schulte seine 5 Partnerländer und Nachbarländer im Aufbau eines Überwachungssystems in der Blutversorgungskette. Die Beobachtung und Meldung von unerwünschten Reaktionen bei Patienten nach einer Transfusion ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit von Blutkomponenten.

02.12.2019

Bluttransfusionen können Leben retten. Aber jede Transfusion birgt auch das Risiko von unerwünschten Wirkungen. Zu den vermeidbaren Risiken zählen etwa, wenn mit der Bluttransfusion Krankheitserreger übertragen werden oder die falsche Blutgruppe gegeben wird. In solchen Fällen hilft ein System der Überwachung der Blutversorgungskette vom Spender bis zum Empfänger, die Fehlerquellen aufzuspüren – in der Fachsprache Hämovigilanz genannt. Liegen die Ursachen in der Herstellung oder Transfusionspraxis, können mitunter geeignete Maßnahmen das Problem beheben und Risiken reduzieren.

Sicheres Blut vom Spender bis zum Empfänger

In dem Hämovigilanz-Workshop stellte das BloodTrain-Team verschiedene Modelle von Überwachungssystemen und Methoden zur Datenerfassung vor. Besonders wichtig war, mit den Partnerbehörden zusammen Strategien zu entwickeln, wie sich ein solches System in ihrem Land umsetzen oder weiterentwickeln lässt. Dazu wurden unter anderem „Best Practices“ in der Hämovigilanz entlang der gesamten Blutversorgungskette diskutiert, sprich vom Spender bis zum Empfänger und vice versa, unter Beteiligung der regulierenden Behörden, Blutspende-Einrichtungen und Krankenhäuser. Zu dem Workshop hatte BloodTrain daher neben den Regulierungsbehörden auch Vertreter der nationalen Blutspende-Einrichtungen eingeladen, die überwiegend das Blut von den Spendern entnehmen und zwei Vertreter eines krankenhausbasierten Transfusions-Experten-Komitees aus Ghana, da in der Regel in den Krankenhäusern das Blut an den Empfänger gegeben wird. Auch drei Vertreter von WHO AFRO und WHO EMRO trugen mit ihren afrikaweiten Erfahrungen zum Programm bei.

Die Partnerländer informierten zunächst die anderen Teilnehmer anhand von Poster-Präsentationen, was ihr Land bisher im gesamten Bereich Vigilanz unternimmt. Daraus und bereits aus dem BloodTrain-Benchmarking Prozess 2018 wurde ersichtlich, dass Hämovigilanz als Überwachungsinstrument in den meisten afrikanischen Partnerländern noch relativ neu ist und meist ohne Einbeziehung und Überwachung der Regulierungsbehörde stattfindet. Die teilnehmenden Behörden interessierte daher sehr, mit welchen – für sie realisierbaren –Datenmanagementsystemen sich die Blut und Blutkomponenten bis zum Spender zurückverfolgen lassen. Eine wichtige Erkenntnis, die alle Partnerländer außerdem teilten war, dass wichtige Zielgruppen mehr für das Thema sensibilisiert werden müssen – sei es in der Politik oder auch unter den behandelnden Ärzten.

Aktive Beteiligung der Partnerländer

Der Workshop vermittelte die wichtigsten Aspekte rund um das Thema Hämovigilanz mithilfe von Vorträgen und Gruppenarbeit. Dabei wurden die Partnerländer durch eigene Präsentationen und der Arbeit mit Fallstudien aktiv mit eingebunden und gefordert. Darüber hinaus formulierten alle Partnerländer durch Evaluierung des eigenen Vigilanzsystems und unter Berücksichtigung der im Workshop erlernten Aspekte Arbeitspläne für die nächsten Schritte zu einem funktionierenden Hämovigilanzsystem. Dieses trägt maßgeblich zu sicheren Blut und Blutprodukten in den Partnerländern bei. Durch seine Methodenkompetenz im Bereich Workshoporganisation und -moderation hat das BloodTrain-Team eine diskussionsfreudige Atmosphäre geschaffen, sodass sich alle Teilnehmer aktiv mit einbringen und ihren individuellen Bedarf im Bereich Hämovigilanz adressieren konnten.

Den Hämovigilanz-Workshop besuchten insgesamt 32 Teilnehmer. Neben den fünf Partnerländern (Ghana, Nigeria, Sambia, Simbabwe, Tansania) nahmen Mitarbeiter der Behörde aus Kenia und Südafrika auf eigene Kosten teil. Zudem begleiteten erneut Vertreter von WHO AFRO und WHO EMRO den BloodTrain-Workshop. Die beiden regionalen WHO-Einheiten sind sehr aktiv im Bereich der Regulation von Blut und Blutprodukten. Mit deren Hilfe können die BloodTrain-Inhalte und Methoden auch über die Partnerländer hinaus auf dem Kontinent verbreitet werden.

Der Workshop fand vom 29. bis 31. Oktober 2019 in Lusaka, Sambia statt. Er wurde vom BloodTrain-Team im Rahmen des Global Health Protection Programme moderiert und vorbereitet, zusätzlich inhaltlich unterstützt durch den Fachbereich Hämovigilanz des Paul-Ehrlich-Instituts und mithilfe der sambischen Regulierungsbehörde ZAMRA vor Ort organisiert.

Für weitere Informationen zum Projekt kontaktieren Sie uns bitte unter bloodtrain@pei.de.

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