Feldmission im Nationalpark Cantanhez in Guinea-Bissau

Vom 11. bis 23. April 2019 wurde im Rahmen des GHPP-Projekts TRICE eine Feldmission in den Nationalpark Cantanhez in Guinea-Bissau durchgeführt. Ziel war es, im Park eine sichere Probennahme und kontinuierliche Überwachung von Kadavern zu etablieren, um zirkulierenden Infektionskrankheiten zu identifizieren, die für Menschen und Wildtiere gefährlich sein können.

19.08.2019

Bild 1: Karte der geschützten Gebiete in Guinea-Bissau. Der Cantanhez Nationalpark in grün dargestellt. Karte: Elena Bersacola

Bild 2: Marina Ramon Gorina und Mamadu Cassama während einer Trainingsrunde zur Stuhlprobenahme

Bild 3: Karte des Cantanhez Nationalparks mit Primatengruppen (Punkte). Der Standort Caiquene-Cadique Wald ist mit einem Kreuz gekennzeichnet. Karte: Elena Bersacola

Der Cantanhez-Nationalpark (CNP; Bild 1) im Südwesten Guinea-Bissaus ist ein Mosaik aus Siedlungen, landwirtschaftlichen Nutzflächen, subhumiden Wäldern, Sekundärwald, Mangroven und Savannen. Der Park umfasst eine Fläche von 1.067 km², wobei rund 22.505 Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft in 110 Dörfern innerhalb des Parks leben. Darüber hinaus beherbergt der Park eine Vielzahl gefährdeter Primatenarten wie Schimpansen, Rote Colobus, Königskolobus und Guinea-Paviane. Die Rodung für landwirtschaftliche Nutzflächen sowie die Wildtierjagd stellen die größte Bedrohung für die Primatenpopulation dar. Zudem bergen sie ein erhebliches Risiko der Krankheitsübertragung zwischen Mensch und Tier. 

Im April 2019 wurde im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen PD Dr. Fabian Leendertz am Robert Koch Institut (RKI) und Dr. Kim Hockings an der Universität Exeter mit Unterstützung des GHPP-Projekts TRICE eine Feldmission nach Guinea-Bissau durchgeführt. Seit mehreren Jahren untersucht Dr. Hockings die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tier vor Ort und die Arbeitsgruppe von Dr. Leendertz ist auf die Entwicklung und Etablierung von Früherkennungssystemen für Krankheitserreger in abgelegenen Gebieten spezialisiert. Nach einem Besuch von Dr. Hockings im RKI im Februar 2019 wurde eine Feldmission geplant, um die Krankheitsüberwachung im CNP in Guinea-Bissau zu unterstützen. Frau Marina Ramon Gorina, eine ehemalige Mitarbeiterin von Dr. Hockings, die bereits bei CNP gearbeitet hatte, wurde bereits im März 2019 von RKI-Mitarbeitern ausgebildet und reiste im folgenden Monat in den CNP. Dort stattete sie das Team mit Material für nicht-invasive Probenahmen (z.B. Stuhl) und Beprobung von Tierkadavern aus, um eine kontinuierliche Überwachung der Krankheitsprävalenz in dem Gebiet zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden zwei lokale Mitarbeiter des Hocking-Forschungsteams, Mamadu Cassama und Iaia Camara, in Probenahme- und Hygieneprotokollen (Schutzausrüstung, Entsorgungs- und Desinfektionsstrategien) geschult, um ein ausgebildetes Probenahmeteam kontinuierlich vor Ort zu haben (Bild 2).

Im Rahmen des Trainingsprogramms wurden während eines 7-tägigen Aufenthalts im Caiquene-Cadique Wald nicht-invasive Proben von Primaten entnommen (Bild 3) und zur molekularen Analyse an das RKI geschickt.

Dank dieser vom GHPP finanzierten Mission sind wir nun in der Lage, die in dem Gebiet zirkulierenden Krankheiten zu überwachen und mögliche Ausbrüche, die eine Bedrohung für die Human- und Wildtierpopulation darstellen könnten, frühzeitig zu erkennen.

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