Implementierung der Hepatitis- und Rotavirus-Surveillance in Nigeria

Startschuss für die Implementierung einer intensivierten, molekularen Surveillance von Hepatitis- und Rotavirusinfektionen in Nigeria.

19.02.2020

Briefing der Mitarbeitenden aller Sentinel-Sites am Nationalen Referenzlabor in Abuja im Herbst 2019 (Quelle: RKI)

Gastwissenschaftler*innen am RKI in Berlin. (Quelle: RKI)

Auf einem Kick-off Meeting im Januar 2019 in Abuja wurden in einer gemeinsamen Diskussionsrunde zwischen dem NCDC, dem RKI und Vertreter*innen ausgewählter nigerianischer Krankenhäuser fünf Sentinel-Sites, die strategisch über das gesamte Land verteilt sind, ausgewählt:

  • Aminu Kano Teaching Hospital (AKTH), Kano
  • Asokoro District Hospital (ADH), Abuja
  • Ladoke Akintola University of Technology (LAUTECH) Teaching Hospital and College of Health Sciences, Osogbo
  • Lagos State University Teaching Hospital (LASUTH), Ikeja, Lagos
  • Nnamdi Azikiwe University Teaching Hospital (NAUTH), Nnewi.

Zusätzlich zu der geographischen Lage und den verfügbaren Kapazitäten an den Krankenhäusern, war die positive Erfahrung mit Einrichtungen, die bereits im nationalen Influenza Sentinel Surveillance System in Nigeria eingebettet sind, ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Sentinel-Sites.

Im Verlauf des Frühjahres 2019 wurden grundlegende Aspekte des Projektes diskutiert und die Basis für die Ausarbeitung eines Protokolls zur molekularen Surveillance von Hepatitis (HEV)- und Rotaviren (RVA) geschaffen. Dieses Protokoll beinhaltet neben den theoretischen Grundlagen zu Hepatitis- und Rotavirusinfektionen, Falldefinitionen, Formulare zur Dokumentation der von den Studienteilnehmenden erhobenen Daten und Anleitungen zum Sammeln und Asservieren von Probenmaterial. Zusammen mit den Standard Operation Procedures (SOPs), die die molekularen Methoden der Surveillance beschreiben, ermöglicht das Protokoll die qualitätsgesicherte Implementierung einer modernen, molekularen Surveillance von Hepatitis- und Rotavirusinfektionen in Nigeria.

Im Rahmen eines drei-tägigen Workshops im Herbst 2019 wurden alle Projektmitarbeitenden der Sentinel-Sites am Nationalen Referenzlabor des NCDC in Abuja zu der praktischen Durchführung der molekularen Surveillance gebrieft und damit der Startschuss für die Probensammlung gegeben. 

Zeitgleich mit der Vorbereitung der Implementierung der molekularen Hepatitis- und Rotavirussurveillance in Nigeria, kamen drei nigerianische Gastwissenschaflter*innen an das RKI in Berlin. Die jeweils drei-monatigen Aufenthalte wurden genutzt um Kenntnisse im Bereich der molekularen Epidemiologie und des Qualitätsmanagements zu vertiefen, die im Anschluss an den Aufenthalt in Deutschland an die projektbeteiligten Mitarbeitenden in Nigeria weitergeben wurden.

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