Nigeria: Unterstützung der AMR-Surveillance

Im Rahmen eines GHPP-finanzierten Projekts arbeiten das NCDC und RKI gemeinsam an der Kapazitätsentwicklung zur Vorbereitung und Reaktion auf Infektionskrankheiten in Nigeria. Das Projekt umfasst drei Teilprojekte, bei denen es u. a. um die Unterstützung bei der Umsetzung der Antibiotikaresistenz-Überwachung und diagnostischen Betreuung geht.

16.08.2019

AST Workshop: Laborübung, Ibadan, Nigeria

AST Workshop-Team, Ibadan, Nigeria

Labor-Mentorship-Besuch in Abuja, Nigeria

Labor-Mentorship-Besuch in Abuja, Nigeria

Das Nigeria Centre for Disease Control (NCDC) und das RKI arbeiten in einem GHPP-finanzierten Projekt zusammen, das die Kapazitätsentwicklung zur Vorbereitung und Reaktion auf Infektionskrankheiten (NiCaDe) zum Ziel hat. Das Projekt besteht aus drei Teilprojekten, bei denen es u. a. um die Unterstützung bei der Umsetzung der Antibiotikaresistenz-Überwachung und diagnostischen Betreuung in Nigeria geht. Das RKI ist zudem Teil des „AMR Surveillance and Quality Assessment Collaborating Centres Network“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Durch das NiCaDe-Projekt kann somit ein Beitrag zu diesen gemeinsamen Zielen geleistet werden.

Schwerpunkt des Teilprojekts NiCaDe-AMR sind die technische Unterstützung sowie der Austausch von Wissen, wobei folgende Ziele erreicht werden sollen: 1) Entwicklung von Protokollen und Leitfäden für AMR-Surveillance und „Diagnostic Stewardship“ auf nationaler Ebene 2) Mentoring ausgewählter sekundärer Gesundheitseinrichtungen, die als Modelleinrichtungen für das nationale AMR-Surveillance-Programm dienen.

Im Februar 2019 unterstützte das RKI das NCDC zunächst auf nationaler Ebene bei der Durchführung eines Workshops, bei dem es um Untersuchungen auf Empfindlichkeit gegenüber antimikrobiellen Mitteln (Antimicrobial Susceptibility Testing, AST) und die Nutzung von WHONET ging. An diesem Workshop waren neben dem RKI und NCDC auch die WHO sowie das South African National Institute for Communicable Diseases beteiligt. Im Anschluss daran arbeiteten das NCDC und das RKI im Rahmen eines fachlichen Austauschs an der Weiterentwicklung der nationalen AMR-Suveillance-Leitlinien. Im weiteren Verlauf des Projekts soll der Fokus auf folgende Schwerpunkte gelegt werden: Harmonisierung von Standardverfahren (Standard Operating Procedures, SOPs), Förderung einer verbesserten diagnostischen Betreuung („Diagnostic Stewardship“) sowie weitere Unterstützung bei der Nutzung von WHONET und der Analyse von AST-Daten, die auf nationaler Ebene verwendet und an WHO GLASS übermittelt werden sollen.

Auf Ebene der sekundären Gesundheitsversorgung wurden im Frühjahr 2019 im Rahmen von Gesprächen zwischen dem NCDC und regionalen staatlichen Gesundheitsbehörden vier Einrichtungen in Abuja im Federal Capital Territory und im Bundestaat Lagos strategisch ausgewählt. Zur Unterstützung dieses Auswahlprozesses wurde eine standardisierte Checkliste zur Bewertung von Laboren verwendet. Darüber hinaus wurden in jeder der vier Gesundheitseinrichtungen Baseline-Evaluierungen der Labore durchgeführt. In einem nächsten Schritt wurde ein Konzept zur kontinuierlichen Unterstützung entwickelt mit dem Ziel, nachhaltige Verbesserungen hinsichtlich der Qualität in diesen Laboren zu fördern. Im Juni 2019 reiste ein Mikrobiologe, der als externer Berater des RKI fungiert, für einen ersten Mentorship-Besuch nach Abuja. Die Laborteams und der Berater des RKI überprüften gemeinsam alle wichtigen Qualitätsmanagement- und bakteriologischen Verfahren direkt vor Ort in den Laboren. Anschließend wurden kritische Schwachstellen und die weiteren Schritte besprochen, um die Verfahren weiter zu standardisieren und die Qualität zu verbessern. Für August 2019 ist ein Mentorship-Besuch in Lagos geplant. In Zukunft soll der Fokus auf den folgenden Bereichen liegen: Beschaffung von Ausrüstung und Material, Verbesserung der Lieferkette, Ausweitung der Mentorship-Strategie für Labore auf Pathologen vor Ort, Verbesserung der diagnostischen Betreuung einschließlich Präanalytik (z. B. Erhöhung des Probenahmevolumens bei Blutkulturen und Förderung geeigneter Probenahmeverfahren) sowie Postanalytik (z. B. Feedback/Verwertung der Ergebnisse, Datenmanagement und -analyse).

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