Unterstützung im Rahmen der Flüchtlingshilfe in Bangladesch

Zwei RKI-Kollegen aus dem Fachgebiet Surveillance sind aktuell über das Globale Gesundheitsprogramm für sechs Wochen in Bangladesch um die Überwachung von und Reaktion auf Infektionskrankheiten in den Rohingya-Flüchtlingslagern zu unterstützen sowie bei der Eindämmung des Diphtherie-Ausbruchs zu helfen.

15.05.2018

Erste Informationssammlung zum Fall beim Besuch eines auf Durchfallerkrankungen spezialisierten Gesundheitszentrums

Bewertung des Umfeldes bezüglich Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene

Die Gewalt im Bundesstaat Rakhine in Myanmar, die am 25. August 2017 begann, hat über 600 000 Rohingya-Flüchtlinge über die Grenze nach Bangladesch in den Distrikt Cox's Bazar,  getrieben. Dort befanden sich bereits etwa 300 000 Menschen, die in früheren Vertreibungswellen aus Myanmar geflohen waren. Vorbestehende Siedlungen und Lager haben sich mit dem neuen Zustrom erweitert und neue spontane Siedlungen gebildet, die nun schnell wachsen. Eine Anzahl von Neuankömmlingen wird ebenfalls in die lokalen Gastgemeinden aufgenommen. In diesem Kontext begann im November 2017 ein Diphtherie-Ausbruch. Geografisch hat sich der Ausbruch zusehends auf die diversen südlich der Stadt Cox’s Bazar gelegenen Flüchtlingslager ausgedehnt und ebenfalls zu Fällen in den Gastgemeinden geführt.

Die WHO und andere Organisationen arbeiten zusammen um den Diphtherie-Ausbruch einzugrenzen und auch zukünftigen Ausbrüchen von Infektionskrankheiten vorzubeugen. Mit dem anstehenden Monsun wird ein erhöhtes Auftreten von Infektionskrankheiten befürchtet.

Im Dezember 2017 hat GOARN einen ersten Aufruf für Experten zur Unterstützung der Aktivitäten getätigt, und diesen im März 2018 wiederholt.

Das RKI hat als Antwort auf diesen Aufruf bereits drei Kollegen nach Bangladesch entsandt. Eine Kollegin aus dem Fachgebiet Impfprävention ist nach acht  Wochen Einsatz bereits zurückgekehrt, und aktuell sind zwei Kollegen des Fachgebiets Surveillance im Rahmen des Globalen Gesundheitsprogrammes für jeweils sechs Wochen vor Ort. Ein weiterer RKI-Mitarbeiter aus Abteilung 3 wird kommende Woche nach Bangladesch reisen.

Die Aufgaben der RKI-Wissenschaftler vor Ort waren bzw. sind hauptsächlich die Koordination der Kontaktpersonennachverfolgung für Diphtherie, die Betreuung und Weiterentwicklung des für diese Krise entwickelten Early Warning, Alert and Response Systems (EWARS) für ausgewählte Erreger mit Ausbruchspotenzial, sowie die regelmäßige Analyse der dort gesammelten Daten einschließlich der Verifizierung und Bewertung auftretender Signale. Weitere Arbeitsfelder, die Mitarbeit bei der Erstellung eines Preparedness Plans für akuten wässrigen Durchfall sowie die epidemiologische Unterstützung bei der Reaktion auf Verdachtsfälle und die Koordinierung der Gemeinde-basierten Überwachungsaktivitäten von Mortalität in den Lagern. Darüber hinaus fiel auch die Koordinierung und Leitung der Aktivitäten des Teams Epidemiologie innerhalb des WHO Distriktbüros in den Verantwortungsbereich eines RKI-Mitarbeiters.

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