Untersuchung von Chikungunya-Fällen in der Demokratischen Republik Kongo

Verdachtsfälle von Chikungunya Infektionen in einigen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo wurden mit Hilfe der GHPP Projekte untersucht. Eine andauernde Epidemie konnte damit bestätigt werden.

14.08.2019

Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Chikungunya in den kongolesischen Gesundheitszentren

Organisation der Konsultation und Suche nach Verdachtsfällen

Vorbereitung der Blutentnahme von Verdachtsfällen

Das Chikungunya-Virus verursacht eine typische tropische Infektionskrankheit, die mit Fieber, in seltenen Fällen hämorrhagisch, und schweren Gelenkbeschwerden einhergeht. Damit ähnelt es symptomatisch dem Dengue Fieber und Zika. Eine eindeutige Unterscheidung ist nur über eine Blutuntersuchung möglich. Zudem ist bisher noch keine wirksame Behandlung oder Impfung gegen die Erkrankung bekannt. Es wird durch Stechmücken übertragen und tritt vor allem im östlichen und südlichen Afrika auf.

Nachdem sich seit einiger Zeit hartnäckig Gerüchte über eine Chikungunya-ähnliche Krankheit in einigen Gesundheitszonen (Mont-Ngafula I und II, Kinshasa, Kasangulu) der Demokratischen Republik Kongo hielten, wurde eine epidemiologische Studie in den betroffenen Gebieten durchgeführt, um Verdachtsfälle zu identifizieren und zu analysieren. Die Untersuchungen wurden in Kollaboration des „Institut National pour la Recherche Biomedicale“ (INRB) und den lokalen und Provinzgesundheitsteams im Rahmen des GHPP Projekts TRICE durchgeführt.

Zwischen August 2018 und Januar 2019 wurden unter der Leitung des INRB mehrere Missionen zu verschiedenen Gesundheitszentren durchgeführt. In jeder Gesundheitszone wurde die Bevölkerung zunächst auf die Situation aufmerksam gemacht, um die Patienten zu den zur Untersuchung ausgewählten Gesundheitszentren zu leiten. Dort wurde eine Sensibilisierung der Bevölkerung durchgeführt, bei der Ursachen, Symptome und die verschiedenen Präventivmaßnahmen zur Vermeidung einer Chikungunya-Infektion thematisiert wurden. Zur weiteren Identifikation von Verdachtsfällen wurde anschließend eine ärztliche Konsultation durchgeführt. Von jedem Verdachtsfall wurden klinische und soziodemografische Informationen gesammelt sowie eine Blutprobe (EDTA) entnommen.

Die anschließende Untersuchung der Proben auf Chikungunya-Infektion am INRB mittels eines kommerziellen diagnostischen Analysekits bestätigte den Verdacht eines andauernden Chikungunya-Ausbruchs in der Region. Daher wurden im Nachgang innerhalb weiterer Missionen noch weitere Daten bezüglich möglicher Übertragungswege durch Mücken erhoben, um die Risiken für die jeweiligen Gebiete besser einschätzen zu können.

Die vorläufigen Ergebnisse dieser Untersuchung bestätigen eine andauernde Chikungunya-Epidemie in den Provinzen Kinshasa und Kongo Central. In einigen Gebieten wurde ein hohes  Ausbreitungsrisiko festgestellt, bedingt durch das hohe Aufkommen von bestimmten Mückengattungen, die dieses Virus übertragen können. Um das weitere Ausmaß abzuschätzen sollten ähnliche Untersuchungen auch in anderen Gesundheitszonen durchgeführt werden. Außerdem sollten die bereits untersuchten Zonen weiter beobachtet und die Bevölkerung weiter sensibilisiert werden. Die vollständige Studie wurde als Bericht inklusive weiterführender Empfehlungen an die örtlichen Gesundheitsbehörden weitergeleitet.

Die gesamte Organisation und Durchführung der Studie wurde vollständig von unseren Partnern vom INRB übernommen.

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