Navigation und Service

Springe direkt zu:

Servicemenü

Suche

Projekte

Molekulare Diagnostik viraler hämorrhagischer Fieber in Nigeria

Beitrag zum Nigerianischen Lassa-Fieber Überwachungssystems und Unterstützung bei akuten Ausbrüchen: Unterstützung der Diagnostik und Serologietraining

Die Virologische Abteilung des Bernhard-Nocht Instituts arbeitet seit langem mit dem Irrua Specialist Teaching Hospital im Bundesstaat Edo, Nigeria, zusammen. Im Jahr 2008 nahm das Institute für Lassa Fever Research and Control (ILFRC), ein Labor für molekulare Diagnostik des Lassa-Virus, seinen Betrieb auf, um angemessen auf die in der Region und in den anderen nigerianischen Staaten vorkommenden Lassa-Fieber-Epidemien zu reagieren. BNITM-Teams besuchen das ILFRC mindestens dreimal im Jahr, um Laborunterstützung, insbesondere bei Lassa-Fieberausbrüchen, bei Problemlösungen, bei der Implementierung neuer Diagnoseinstrumente sowie bei der intensiven Schulung und Evaluierung der 15 Mitarbeiter zu leisten. Um den 2019er Lassa-Fieberausbruch in Nigeria mit Labordiagnostik zu unterstützen, entsandten das BNITM von Januar bis März 2019 drei Teams (9 Mitarbeiter) zum Irrua Specialist Teaching Hospital in Edo.

Doch der  2019er Lassafieberausbruch in Nigeria zeigte ein Ausmaß, das noch größer war als der beispiellose Ausbruch von Lassafieber im Jahr 2018 im gleichen Zeitraum. Dieser Anstieg spiegelte sich auch in einer erhöhten Arbeitsbelastung am Institut für Lassa Fever Research and Control (ILFRC) wieder. In diesem Zusammenhang bestand ein klarer Bedarf an Unterstützung der Patientendiagnostik des ILFRC-Labors, um rund um die Uhr Diagnostik zu leisten und auch das Spektrum der vom Labor angebotenen Tests  zu erweitern (z.B. Serologie). Um den Lassafieber Ausbruch 2019 in Nigeria mit Labordiagnostik und Serologie Training zu unterstützen fand vom 1.-16. März 2019 ein gemeinsamer Einsatz des Robert-Koch-Instituts, Berlin, und des Bernhard-Nocht Instituts für Tropenmedizin, Hamburg am Irrua Specialist Teaching Hospital in Edo State statt. Das Training und die Unterstützung vor Ort durch Beate Becker-Ziaja und Meike Pahlmann bestanden aus (i) täglicher Hilfe im diagnostischen Arbeitsablauf (von der Inaktivierung bis zur Validierung der Ergebnisse; siehe Bilder in Anhang 1), (ii) Auffrischung von Biosicherheits- und Laborverfahren (Nutzung von PPE, Inaktivierung, Extraktion, PCR-Aufbau und RT-PCR-Validierung der Ergebnisse mit den Altona-Kits 2.0 für den Lassa Virus Nachweis) und (iii) Serologieschulungen mit hauseigenem (BNITM) Lassa IgG und IgM ELISA. In zwei Gruppen, die jeweils eine 2-tätige Schulung erhielten wurden 9 Mitarbeiter des ILFRCs intensiv in der Durchführung des Lassa IgG und IgM ELISAs mit neuen Geräten am ILFRC (Washer und Reader) trainiert.

Sowohl die Unterstützung des diagnostischen Arbeitsablaufs als auch die Auffrischung und das Serologie Training waren entscheidend, um nicht nur die Reaktion auf den Ausbruch zu unterstützen und die Kompetenzen des Laborpersonals zu erhöhen, sondern auch, um es dem Labor zu ermöglichen, neben den bereits etablierten PCR-Tests auch serologische Tests anzubieten, um das Management und die Versorgung der Lassafieber-Patienten zu verbessern.

 

Stand: April 2019