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"Plan B" während der Pandemie: BloodTrain erarbeitet mit seinen Partnern in virtuellen Treffen länderspezifische Strukturen

Konzentriert auf das Thema Hämovigilanz und auf jeweils ein Partnerland pro Sitzung will BloodTrain die virtuellen Treffen möglichst wirkungsvoll gestalten.

Die derzeitigen Reise- und Kontaktbeschränkungen haben wichtige Vor-Ort-Projekt-Aktivitäten wie Trainings und Workshops vorerst ausgebremst. Der GHPP BloodTrain erarbeitete daher mit seinen afrikanischen Partnerbehörden eine alternative Vorgehensweise mittels virtueller Plattformen, um die Länder weiterhin erfolgreich in der Blutregulation zu stärken: Die Projektpartner identifizierten zunächst aus den bereits entwickelten, länderspezifischen Arbeitsplänen ein wichtiges großes Themengebiet in der Blutregulation - die Hämovigilanz, auf das die gemeinsame Arbeit in den nächsten Monaten fokussiert wird. Die Hämovigilanz ist ein System zur Überwachung der Blutsicherheit und umfasst den gesamten Prozess von der Spenderauswahl und Spendertestung bis hin zur Transfusion beim Empfänger einschließlich Rückverfolgung. In zahlreichen virtuellen Treffen entwickelt das BloodTrain Team zusammen mit den Partnern Land für Land passende Strukturen, Richtlinien und Abläufe für die bessere Kontrolle der Blutsicherheit.

Vorherige Workshops und Länderbesuche erleichtern die virtuelle Arbeit

Mit dem thematischen Schwerpunkt Hämovigilanz knüpft das BloodTrain-Team an den Workshop an, den es mit allen Partnerländern im vergangenen Oktober durchgeführt hat (zum Workshop-Bericht). Dort legte das Projektteam den Grundstein für die Bedeutung des Themas in Hinblick auf die Sicherheit von Blut und stellte verschiedene Modelle und Systeme zur Datenerfassung und Rückverfolgung vor. Welche Strukturen in den Partnerländern bereits vorliegen, erfasste das BloodTrain-Team noch einmal genauer in den einzelnen Länderbesuchen im Frühjahr dieses Jahres (zum Bericht über die Länderbesuche). "Durch diese guten Vorarbeiten konnten wir eine vertrauensvolle Arbeitsgrundlage mit den afrikanischen Kollegen schaffen. Das ermöglicht uns jetzt, auch aus der Distanz, mit unseren Partnern die für sie notwendigen und passenden Strukturen zu erarbeiten", sagt Dr. Jens Reinhardt, stellvertretender Projektleiter des BloodTrain.

Plan bis Ende des Jahres

Mit den Partnerländern Ghana, Sambia, Simbabwe und Tansania* und den daraus gebildeten Task Teams trifft sich das BloodTrain-Team etwa zweimal im Monat zu virtuellen Arbeitstreffen. Darin entwickeln und diskutieren die Teams einen rechtlichen Rahmen, Richtlinien, Standardprozesse und Vorlagen für die jeweiligen Abläufe in der Hämovigilanz. Ziel ist es ein Melde- und Informationssystem zu etablieren, welches im Dreieck der drei wesentlichen Akteure 1) Blutspendeeinrichtungen, 2) Krankenhäuser und 3) der Regulierungsbehörde möglichst reibungslos funktionieren soll. Was jedes Land hierzu benötigt, als wichtig erachtet oder bereits etabliert hat, ist sehr unterschiedlich. "Ghana hat beispielsweise bereits viele Richtlinien in Kraft, die wir dann durcharbeiten und gegebenenfalls Änderungen beziehungsweise Ergänzungen vorschlagen. In anderen Ländern erstellen wir Entwürfe neuer Dokumente, welche die vorhandenen Strukturen weiter stärken sollen", erläutert Dr. Kristina Heinrich vom BloodTrain das Vorgehen. Dabei müssen die Vorschläge auch immer in das gesamte Hämovigilanzsystem des Landes passen.

Hämovigilanz – Fehlerquellen in der Blutversorgungskette aufspüren

Die Hämovigilanz beschreibt ein Überwachungssystem in der Blutversorgungskette vom Spender bis zum Empfänger. Dies umfasst unter anderem die Beobachtung und Meldung von unerwünschten Reaktionen bei Patienten nach einer Transfusion. Handelt es ich um Risiken wie der Übertragung von Infektionskrankheiten oder bakterieller Kontamination mit der Bluttransfusion, so kann durch ein funktionierendes Hämovigilanzsystem die Fehlerquelle aufgespürt und gegengesteuert werden, um damit entscheidend zur Sicherheit von Blut und Blutprodukten beizutragen.

Vor- und Nachteile der virtuellen Treffen

Die zeitaufwändigste Herausforderung in der Organisation der virtuellen Treffen ist derzeit, passende Termine mit den jeweiligen Task Teams zu realisieren. Denn aufgrund der Pandemie haben auch die Partnerländer viele ad hoc Treffen und auch ein hohes Arbeitsaufkommen, welches zeitliche Planungen schwierig gestaltet. Gelegentliche technische Probleme mit der Internetverbindung und der Sprachqualität konnten meist behoben werden. Zukünftig wird BloodTrain auch verstärkt virtuelle Lerninhalte erstellen, die keine simultane Anwesenheit erfordern. Obwohl die weltweite Einschränkung der Reisetätigkeit einen positiven Effekt auf die Senkung der CO2-Emissionen hat, ist die direkte Zusammenarbeit zur Stärkung der Blutregulation in den Partnerländern vor Ort zu bevorzugen. Das BloodTrain-Team hofft insofern, gegen Ende des Jahres seine Partnerländer wieder besuchen zu können um die Ergebnisse der bisherigen Arbeit vor Ort evaluieren und weiterhin erfolgreich vorantreiben zu können.

Für weitere Informationen zum Projekt kontaktieren Sie uns bitte unter bloodtrain@pei.de.

* Jüngstes Partnerland des BloodTrain ist seit 2019 Nigeria. Dorthin konnte das Team im Frühjahr 2020 leider aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie nicht mehr reisen und somit seine geplante Erfassung der Situation, des Fortschritts und Prioritätensetzung mit der Behörde NAFDAC vor Ort nicht vornehmen. Das BloodTrain konnte die Behörde zwischenzeitlich mit der Begutachtung verschiedener Dokumente unterstützen.

Stand: Juli 2020