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Eröffnung des PCR-Diagnostiklabors, NCTH Ragama

Das IDEA-Projekt befasst sich u. a. mit der Verbesserung der Diagnostik für hochpathogene Viren in Sri Lanka. Projektpartner ist das NCTH Ragama, das landesweit die meisten Fälle mit Verdacht auf hochpathogene Erreger behandelt, wobei bisher keine PCR-Diagnostik existierte. Am 5. Juli 2018 konnten im NCTH die PCR-Laborräume eröffnet werden.

Das IDEA-Projekt (IDentification of Emerging Agents) befasst sich im Rahmen des GHPP (Global Health Protection Programms) unter anderem mit der Verbesserung der Diagnostik für hochpathogene Viren in Sri Lanka. Dort beobachtet man nicht nur steigende Zahlen von Infektionen mit hochpathogenen Viren wie Dengue- und Chikungunya-Fieber, sondern seit Jahren eine unerwartet große Anzahl von Enzephalitiden ungeklärter Ursache.

Das North Colombo Teaching Hospital (NCTH), Ragama, das dem Ministry of Health, Nutrition and Indigenous Medicine unterstellt ist, befindet sich im Norden von Colombo und damit im bevölkerungsreichsten Landesteil. Mit ca. 1500 Betten und mehr als 5000 ambulanten Behandlungen am Tag ist das NCTH eine der größten Kliniken des Landes, weshalb dort auch die meisten Patienten mit Verdacht auf Infektionen mit hochpathogenen Erregern versorgt werden. So wurden im Jahr 2017, das den schwersten Denguefieber-Ausbruch mit einem vierfachen Anstieg der gemeldeten Fälle im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete, im NCTH mehr als 9000 Patienten mit Verdacht auf Denguefieber behandelt. Mögliche Differentialdiagnosen zu Denguefieber sind in Sri Lanka Infektionen mit Chikungunya-Virus, dem Japan-Enzephalitis-Virus, Leptospirose und einige weitere. Die Diagnostik erfolgt hier in der Regel klinisch – die schnelle, sichere und zur Typisierung geeignete molekulare Diagnostik mittels PCR war bisher im NCTH nicht möglich.

Im Februar 2018 konnte im Rahmen einer SEEG (Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit)-Mission an der Universität Colombo ein PCR-Labor eingerichtet und neun Mitarbeiter der Universität Colombo und des NCTH für die PCR-Diagnostik trainiert werden (Labortraining). Die Etablierung der PCR-Diagnostik im NCTH war zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, da die baulichen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Dank finanzieller Hilfe aller GHPP-Teilprojekte des RKI war es jedoch möglich, die notwendigen Baumaßnahmen im NCTH ausführen zu lassen. Parallel dazu wurden vier Mitarbeiterinnen der Universität Colombo und des NCTH zu einem Intensivtraining zur PCR-Diagnostik hochpathogener Erreger an das RKI nach Berlin eingeladen, um die Kenntnisse zu vertiefen und damit zukünftige Trainer für Sri Lanka auszubilden (Diagnostiktraining für hochpathogene Viren am RKI).

Nachdem die Baumaßnahmen im NCTH am 4.7.2018 abgeschlossen wurden, konnten die Labore eingerichtet werden, wobei auch ein real-time PCR-Zykler, eine Zentrifuge und Verbrauchsmaterial aus der SEEG-Mission verwendet werden konnten.

Die feierliche Eröffnung der Labore fand unter Teilnahme des Direktors für Laboratory Services des Ministry of Health, Nutrition and Indigenous Medicine Dr. Thowfeek, des Klinikdirektors Dr. Shelton Perera, des stellvertretenden Klinikdirektors Dr. Sarath Premasiri, unserer Projektpartner Prof. Wipula Yapa, Prof. Sunil Premawensa, Dr. Gayani Premawensa, Thejanee Perera, Sahan Siriwardana, der Mitarbeiter der Mikrobiologie des NCTH und des RKI-IDEA-Teams statt.

Zurzeit werden im NCTH weitere Kandidaten für ein PCR-Diagnostiktraining ausgewählt. Diese Kollegen werden dann in einem Vor-Ort-Training mit Unterstützung der bisher in Colombo und Berlin trainierten sri lankischen Mitarbeiter/innen für die Durchführung einer qualitätsgesicherten PCR-Diagnostik ausgebildet. Damit wird das NCTH das erste öffentliche Krankenhaus in Sri Lanka darstellen, das eine qualitätsgesicherte PCR-Diagnostik für hochpathogene Erreger durchführen kann.