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Workshop zur Gesundheitssystemforschung

Wie kann man routinemäßige Gesundheitsdienste aufrechterhalten und gleichzeitig auf katastrophale Gesundheitsgefahren reagieren? Ausgehend von dieser Fragestellung führte ein Team des BNITM zusammen mit unseren Partnern Santé Plus (Guinea) und UL-PIRE Africa (Liberia) im Januar 2018 den ersten einwöchigen Workshop zur Gesundheitssystemforschung durch und untersuchte Elemente der Widerstandsfähigkeit von Gesundheitssystemen im Hinblick auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika (2014-2016). 

Der Aufbau von Kapazitäten ist eine Kernkomponente des Projekts ORDER-HC, das sich darauf konzentriert, gemeinsam mit lokalen Partnern Konzepte und Empfehlungen zur Resilienz von Gesundheitssystemen zu entwickeln. Die Förderung eines umfassenden Verständnisses dieses Themenkomplexes und die Entwicklung von Forschungskompetenzen ist entscheidend, um die routinemäßige Gesundheitsversorgung bei Epidemien hoch infektiöser Krankheitserreger aufrechtzuerhalten.

Ein Team des BNITM führte den ersten Workshop mit 26 jungen Wissenschaftlern und Fachleuten des Gesundheitswesens der lokalen Partner UL-PIRE Africa (Liberia) und Santé Plus (Guinea) durch, die alle direkte Erfahrungen mit der Ebola-Bekämpfung in ihren Ländern haben. Dieser Workshop führte die Teilnehmer in das Konzept der Resilienz von Gesundheitssystemen und Methoden der Gesundheitssystemforschung ein. Nach Abschluss des Workshops wendeten sie die erworbenen Fähigkeiten in der Studie zur "Nutzung von Gesundheitsleistungen vor, während und nach dem Ebola-Ausbruch in Liberia und Guinea" an und sammelten praktische Erfahrungen.

Vorläufige Ergebnisse unserer Literaturrecherche zum Thema Nebenwirkungen des Ebola-Ausbruchs auf Public Health und Gesundheitssysteme in den betroffenen Ländern wurden vorgestellt, diskutiert und den Erfahrungen der Teilnehmer gegenübergestellt.

Qualitative und quantitative Methoden der Gesundheitssystemforschung wurden vorgestellt. Für den qualitativen Ansatz wurden die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wurde beauftragt, Kernpunkte für gesundheitsorientiertes Verhalten im Kontext von Ebola zu identifizieren und daraus einen konzeptionellen Rahmen zu entwickeln.  Basierend auf dem konzeptionellen Rahmen wurden Beispiele gesucht, wie Daten zu jeder Komponente im Feld erhoben werden können. Für den quantitativen Ansatz wurden Vorträge gehalten, in denen Teilnehmer  ihre Gesundheitssysteme und deren Leistungen während des Ebola-Ausbruchs  vorstellten. Es wurden Indikatoren für Gesundheitssysteme aufgeführt und verschiedene Ansätze zur Auswertung der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen vorgestellt.

Der Workshop endete mit einem zweitägigen Besuch der Gemeinden Kakata und Firestone in Margibi County, die beide schwer von Ebola betroffen waren. Der Besuch örtlicher  Gesundheitseinrichtungen und Gespräche mit betroffenen Personen ergänzten die theoretischen Ansätze und Diskussionen des Workshops durch eine praktische Perspektive.

Der Workshop initiierte gemeinsame Forschungsprojekte, die während der Projektlaufzeit mit unseren lokalen Partnern durchgeführt werden sollen. Der Forschungsprozess wird vom ORDER-HC-Team des BNITM geleitet und begleitet. Dafür wurde eine Online-Lern-Plattform eingerichtet, die ein kontinuierliches Lernen und den Austausch über die persönlichen Treffen hinaus ermöglicht.

Weitere kurze Workshops in Liberia und Guinea in Verbindung mit der eigentlichen Datenerhebung für die Studie werden folgen. Diese Workshops zielen darauf ab, die Datenerhebungsinstrumente an den jeweiligen Kontext anzupassen,  Interviewtechniken zu üben, die Instrumente vor Ort zu testen und entsprechend fertig zu stellen. Unmittelbar danach wird die Datenerhebung in den ausgewählten Studiengebieten beginnen.