AfroLabNet3

Verbesserung der Pandemievorbereitung und der Reaktion auf Ausbrüche im Globalen Süden durch die Stärkung von Labornetzwerken und mobilen Einsatzkapazitäten

Menschen in Schutzkleidung beim Aufbau und Durchführung eines Labortrainings
Während eines Labortrainings zur sicheren Diagnostik viraler hämorrhagischer Fiebererreger am neuen Standort in Parakou, Benin, Februar 2025 (Quelle: AfroLabNet3)

Kontext

Neue und wiederauftretende Infektionskrankheiten sind ein anhaltendes Risiko für die öffentlichen Gesundheit. Politische Instabilität, Klimawandel und Umweltzerstörung erhöhen das Risiko von Ausbrüchen, wie zum Beispiel vom viralen hämorrhagischen Fieber. Viele Länder südlich der Sahara, in denen bedrohliche Krankheitserreger endemisch sind, verfügen nur über begrenzte Ressourcen, unzureichende Infrastruktur und unzureichende Kapazitäten, um dem entgegenzuwirken. Stationäre und mobile Laboreinheiten sind ein wichtiges Instrument bei der Reaktion auf solche Krankheitsausbrüche. Ziel des Projektes ist es, die Laborkapazitäten und die Reaktionsfähigkeit auf virale hämorrhagische Fieber (VHF) und andere neu auftretende Infektionskrankheiten im Globalen Süden zu stärken. Der Fokus liegt auf der Stärkung regionaler Labornetzwerke in Hochrisikogebieten, um ein schnelles und effektives Ausbruchsmanagement zu gewährleisten. Zudem sollen die diagnostischen Möglichkeiten zur Unterstützung der Patientenversorgung erweitert und die Einsatzbereitschaft mobiler Labore im Globalen Süden und Europa auf dem neuesten Stand gehalten werden. Darüber hinaus verfolgt das Projekt einen „One-Health“-Ansatz, indem es die Wechselwirkungen zwischen Menschen und zoonotischen Virusreservoiren untersucht, um die Früherkennung und Präventionsmaßnahmen zu verbessern. Durch diese Strategien erzielt das Projekt kurzfristige Verbesserungen bei der Ausbruchsreaktion und schafft zugleich nachhaltige Strukturen und Kapazitäten für künftige Gesundheitsnotfälle. Das Projekt baut auf den Erfolgen von AfroLabNet und AfroLabNet2.0 auf, welche sich bereits seit 2016 für die Aufrechterhaltung und den Ausbau stationärer und mobiler Laborkapazitäten zur Erkennung von VHFs und neu auftretenden Viruserkrankungen eingesetzt haben.

 

Ziel

Verbesserte Bewältigung der Ausbrüche von Hochrisikopathogenen in teilnehmenden Ländern des Globalen Südens durch gezielte Stärkung nationaler und regionaler Gesundheitssysteme

 

In Zusammenarbeit mit

  • Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Edo State, Nigeria
  • Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de Cotonou, Benin
  • Centre d’Information de Prospectives et de Conseils sur les IST/VIH/Sida, Parakou, Benin
  • Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de Guinée (LFHVG), Matoto, Conakry, Guinea
  • Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de Gueckédou​ (LFHV-GKD),​ Guinea
  • Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de l’hôpital regional de N’Zérékoré (HRNZE)​), Guinea
  • Njala University (NU), Department of Environmental Health Sciences, School of Community Health Sciences, Njala Campus Bo, Sierra Leone
  • Federal Medical Centre (FMCO), Owo, Ondo State, Nigeria
  • Robert Koch-Institut, Berlin, Deutschland

Thematische Schwerpunkte

  • Ad-hoc-Einsätze
  • Internationale Gesundheitsvorschriften (IGV)
  • Labordiagnostik

Fakten

Laufzeit

01.01.2026 - 31.12.2028

Budget

ca. 1.900.000 EUR

Projektländer

  • Benin
  • Guinea
  • Nigeria
  • Sierra Leone

Kontakt

Dr. Meike Pahlmann
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg, Deutschland
pahlmann@bnitm.de

Aktivitäten

  • Forschung und Bereitstellung von Evidenz

    Von der konzeptionellen zur operativen One-Health-Umsetzung: Das Projekt verankert einen feldbasierten One-Health-Ansatz, der die Auswirkungen tierischer Reservoirs und Vektoren auf die menschliche Gesundheit berücksichtigt. Dadurch werden Echtzeit-Untersuchungen zoonotischer Spillover-Ereignisse ermöglicht und eine verbesserte Frühwarnung für Krankheiten mit pandemischem Potenzial bereitgestellt.

  • Netzwerkarbeit und Kooperation

    Von der Aufrechterhaltung zur regionalen Einsatzbereitschaft: Das Projekt legt den Schwerpunkt auf regionale Interoperabilität und eine koordinierte Reaktion auf Ausbrüche, insbesondere durch den Ausbau mobiler Labornetzwerke und grenzüberschreitender Überwachungssysteme.

  • Kapazitätsentwicklung

    Von der Infrastruktur zur Integration: Das Projekt stärkt die Schnittstelle zwischen Diagnostik, Surveillance und klinischem Management und ermöglicht es Laboren, direkt zur Fallbehandlung, Datenanalyse und zu raschen Maßnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen beizutragen.

  • Training und Kompetenzentwicklung

    Von der Schulung zur nachhaltigen multidisziplinären Personalentwicklung: Das Projekt stärkt langfristig personelle Kapazitäten durch die Etablierung Curriculum basierter Mentoring-Programme, die unterschiedliche Reaktionsformate miteinander verknüpfen, in nationale Systeme eingebettet sind und regionale Train-the-Trainer-Ansätze nutzen.