AMR-EFFECT

Entwicklung einer effektiven internationalen RKI-Unterstützungsstrategie für die nachhaltige Umsetzung globaler Verpflichtungen zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR)

Gruppe von Personen mit Namensschildern um den Hals tragend und am Tisch sitzend. Eine der Personen redet und gestikuliert.
An einem Messestand bei der ESCMID Global 2025: Mitglieder des WHO CC beim Diskutieren zum Thema AMR Surveillance (Quelle: AMR-EFFECT)

Kontext

Antibiotikaresistenzen (AMR) zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2019 waren etwa 4,95 Millionen Todesfälle auf Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien zurückzuführen. Das Projekt AMR-EFFECT baut direkt auf dem GHPP-Vorgängerprojekt WHOCC-AMR auf und adressiert die globale Herausforderung von AMR und nosokomialen Infektionen (HAI). Der Fokus liegt dabei auf der Analyse von Surveillance-Daten und ihrer Nutzung für politische Entscheidungen und Maßnahmen. Als WHO Collaborating Centre (WHO CC) für Antibiotikaresistenz, Antibiotikaverbrauch und nosokomiale Infektionen setzt sich das Robert Koch-Institut (RKI) für die nachhaltige Umsetzung globaler AMR-Verpflichtungen ein. Ein zentrales Ziel ist es, die Umsetzungslücke zu schließen, da viele nationale AMR-Aktionspläne bislang nicht wirksam implementiert wurden. In enger Zusammenarbeit mit der WHO und einem großen Netzwerk von WHO-CCs stärkt AMR-EFFECT die Kapazitäten von Partnerinstitutionen, AMR-Surveillance-Daten zu analysieren. Außerdem unterstützt das Projekt dabei, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, um konkrete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, mit besonderem Fokus auf die WHO-Regionen Europa und Afrika. Hierfür baut AMR-EFFECT ein multidisziplinäres WHO CC Kernteam auf. Dieses vereint Expertise in Mikrobiologie, Epidemiologie, Public Health, Politik und Datenwissenschaft mit dem Ziel sich als Kompetenzzentrum für AMR- und HAI-Surveillance sowie Infektionsprävention etablieren.

 

Ziel

Verbesserung der Kapazitäten kollaborierender Institutionen zur evidenzbasierten Entwicklung von Maßnahmen gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR)

 

In Zusammenarbeit mit

  • WHO Headquarter / AMR Department, Genf, Schweitz
  • WHO Regional Office for Europe / AMR Division, Kopenhagen, Dänemark

Thematische Schwerpunkte

  • Digitale Lösungen
  • One Health - Antimikrobielle Resistenzen
  • Surveillance und Berichterstattung

Fakten

Laufzeit

01.01.2026 - 31.12.2028

Budget

ca. 950.000 EUR

Projektländer

  • Côte d'Ivoire
  • Kosovo
  • Montenegro
  • Nigeria
  • Ukraine

Durchführendes Institut

Robert Koch-Institut

Kontakt

Dr. Sara Tomczyk
Dr. Tim Eckmanns
Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin, Deutschland
TomczykS@rki.de.de
EckmannsT@rki.de.de
HarantA@rki.de.de

Aktivitäten

  • Netzwerkarbeit und Kooperation

    Das Projekt unterstützt die Koordinierung des globalen WHO AMR CC-Netzwerks und regionaler Teilnetzwerke, indem es Webinar-Serien, Netzwerktreffen und Fachaustausche organisiert. Es fördert die Zusammenarbeit zwischen Partnerinstitutionen in WHO EURO- und AFRO-Regionen und unterstützt beim Aufbau nachhaltiger Partnerschaften.

  • Kapazitätsentwicklung

    Das Projekt stärkt nationale AMR-Surveillance-Systeme durch technische Unterstützung und Werkzeugentwicklung. Es verbessert die Datenanalyse- und Managementkapazitäten in Partnerinstitutionen und unterstützt beim Aufbau nachhaltiger Strukturen für AMR-Überwachung im Gesundheitssektor. Dabei fördert es die regionale Expertise durch einen Multiplikatoren-Ansatz.

  • Training und Kompetenzentwicklung

    AMR-EFFECT führt regionaler Train-the-Trainer-Workshops zur AMR- und HAI-Datenanalyse für Fachkräfte aus Partnerländern durch. Es entwickelt spezifische Schulungsmaterialien, R-Skripte und Handbücher.

  • Unterstützung der Politik

    Das Projekt führt technische Beratung für die Umsetzung nationaler AMR-Aktionspläne durch datengestützte Priorisierung durch. Es unterstützt deutsche Expertinnen und Experten in internationalen Gremien wie der Global Leaders Group on AMR und der AMR-Botschafterin. Das Projekt erstellt Policy Briefs zur Übersetzung von Surveillance-Daten in konkrete Politikmaßnahmen und richtet deutsche und globale AMR-Prioritäten aus.