CELESTA 2.0
Genomische Surveillance ausbruchgefährdeter viraler Erkrankungen in Subsahara-Afrika und weltweit
Kontext
Seit der COVID-19-Pandemie ist deutlich geworden, wie relevant die genetische Überwachung von Krankheitserregern für den Schutz der öffentlichen Gesundheit ist. Durch die Analyse von Virusgenomen können neue Ausbrüche früh erkannt, Übertragungswege nachvollzogen und gezielte Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, etwa bei neu auftretenden Varianten, neuen Wirtswechseln oder der Aufklärung von Ausbruchsgeschehen. In vielen ressourcenarmen Regionen ist der Zugang zu geeigneten Analyseinstrumenten jedoch eingeschränkt. Häufig fehlen qualifizierte Fachkräfte, geeignete Laborinfrastruktur sowie benutzerfreundliche Analysewerkzeuge. CELESTA 2.0 setzt genau hier an. Ziel des Projekts ist es, die Kapazitäten zur genomischen Überwachung neu auftretender Virusinfektionen insbesondere in Subsahara-Afrika, aber auch weltweit, nachhaltig zu stärken. Aufbauend auf einer ersten Projektphase, erweitert CELESTA 2.0 bestehende Sequenzierkapazitäten in Guinea, Nigeria und mobilen Laboren. Ergänzend wird eine einfach nutzbare Sammlung von bioinformatischen Tools für genetische Analysen entwickelt und international verfügbar gemacht, um die Anwendung moderner Verfahren auch unter schwierigen Bedingungen zu erleichtern. Das Projekt fördert außerdem den Aufbau lokaler Expertise durch Schulungen und einem engen Austausch zwischen den Laboren. Durch die Erweiterung des Netzwerks auf Partner in Brasilien, Ecuador, Uruguay und Pakistan stärkt CELESTA 2.0 die Zusammenarbeit zwischen Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen und unterstützt einen integrierten Ansatz zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt vor neu auftretenden Virusbedrohungen.
Ziel
Erweiterung der globalen Surveillance neu auftretender Virusinfektionen durch verbesserte molekulare Überwachung in ausgewählten Projektländern
In Zusammenarbeit mit
- Centre de Recherche en Virologie, Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de Guinée (CRV-LFHVG), Conakry, Guinea
- Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de Gueckédou, Gueckédou, Guinea
- Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de L’Hôpital Régional de N’Zérékoré (LFHV-HRNZE), N’Zérékoré, Guinea
- Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Edo, Nigeria
- Instituto Aggeu Magalhães (IAM), Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ), Recife, Pernambuco, Brasilien
- National Institute for Research on Public Health (INSPI), Quito, Ecuador
- Evolutionary Genetics Section, Faculty of Science, University of Uruguay, Udelar, Uruguay
- Public Health Reference Laboratory – Khyber Pakhtunkhwa (PHRL-KP), Khyber Medical University (KMU), Peshawar, Khyber Pakhtunkhwa, Pakistan
- Institute of Public Health & Social Sciences (IPH&SS), Khyber Medical University (KMU), Peshawar, Khyber Pakhtunkhwa, Pakistan
- Evolutionary and Computational Virology, KU Löwen, Belgien
Thematische Schwerpunkte
Fakten
Aktivitäten
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Forschung und Bereitstellung von Evidenz
Das Projekt veröffentlicht Forschungsergebnisse zur genomischen Surveillance von hochinfektiösen Krankheitserregern in weltweit anerkannten Fachzeitschriften und kommuniziert die Erkenntnisse an offizielle Stellen, wie lokale Gesundheitsbehörden.
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Netzwerkarbeit und Kooperation
Das Projekt fördert die Zusammenarbeit und den wissenschaftlichen Austauschs zwischen Laboren zur genomischen Surveillance von hochinfektiösen Krankheitserregern in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen (Westafrika, Südamerika, Mittlerer Osten).
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Kapazitätsentwicklung
CELESTA 2.0 baut Sequenzierungskapazitäten in drei bestehenden Partnerlaboren aus, weitet die Kooperationen zur genomischen Überwachung von bestehenden und neu auftretenden Krankheitserregern in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen (Südamerika, Mittlerer Osten) aus und unterstützt bei der Umsetzung von bioinformatischer Verarbeitung und der Analyse von Sequenzierungsdaten (Hardware und Software). Außerdem sorgt das Projekt für die Einführung von neuen und Erweiterung von bestehenden Qualitätsmanagementsystemen, um die Lieferung von qualitativ hochwertigen Daten der Genomsequenzierung zu gewährleisten.
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Training und Kompetenzentwicklung
Das Projekt schult Laborpersonal zur Durchführung von Diagnostik, Next-Generation-Sequenzierung, bioinformatischer Analyse, molekularer Epidemiologie und Forschung zur genomischen Surveillance von hochinfektiösen Krankheitserregern.
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Beschaffung von Sachgütern
CELESTA 2.0 fördert die Einrichtung, Erweiterung und Instandhaltung von stationären und mobilen Laboren zur Genomüberwachung.