MEVIN 2.0

Weiterentwicklung des klinischen Managements neu und wiederauftretender Virusinfektionen in Nigeria 2.0

In einem Raum mit mit medizinischen Geräten ausgestatteten Krankenbetten stehen zwei Personen in Schutzanzügen, medizinischer Atemschutzmaske und Gesichtsschutz und schauen in einen medizinischen Monitor, der an der Wand hängt.
Auf der Intensivstation für Lassa-Fieber in Irrua, Nigeria: Das MEVIN 2.0-Projektteam richtet einen Vitalparameter-Monitor ein (Quelle: MEVIN 2.0)

Kontext

Virale hämorrhagische Fieber, insbesondere das Lassafieber, verursachen Ausbrüche in Westafrika, wie in Nigeria, Guinea und Benin. Viele Krankenhäuser haben nur begrenzte intensivmedizinische Kapazitäten, es mangelt an essenzieller Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien sowie an geschultem Personal. Dies führt zu vermeidbaren Todesfällen und einer unzureichenden Vorbereitung auf größere Ausbrüche. Das Projekt MEVIN 2.0 zielt darauf ab, das klinische Management von Lassafieber sowie anderen hochgefährlichen Infektionskrankheiten und viralen hämorrhagischen Fiebern zu stärken, um die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten zu verbessern und die regionale Ausbruchsvorsorge zu verbessern. Zur Erreichung dieses Ziels baut das Projekt die intensivmedizinischen Kapazitäten an unserem nigerianischen Partnerkrankenhaus aus, stellt zentrale Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien bereit und setzt strukturierte, langfristige klinische Fortbildungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Personalbindung um. In Guinea und Benin führt das Projektteam Bedarfsanalysen durch, bietet Trainings an, entwickelt SOPs und stärkt nachhaltige grundlegende klinische Strukturen, um weiterführende Programme zu ermöglichen. Des Weiteren baut MEVIN 2.0 ein globales Team für die klinische Unterstützung von Ausbrüchen und Trainings auf, das auf bestehenden Netzwerken und Partnerschaften mit regionalen Zentren, öffentlichen Gesundheitsinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen und akademischen Partnern aufbaut.

 

Ziel

Verbesserung der klinischen Versorgung von an viralem hämorrhagischen Fieber (VHF) Erkrankten an ausgewählten Standorten in Afrika (Nigeria, Guinea, Benin), sowie in Deutschland und weltweit

 

In Zusammenarbeit mit

  • Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Nigeria
  • Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales de Gueckédou​ (LFHV-GKD)​, Gueckédou, Guinea
  • ​Unité́ de Maladies Infectieuses Faculté́ de Médecine de l’Université́ de Parakou CHU Départemental de Borgou-Alibori, Parakou, Benin
  • Laboratoire des Fièvres Hémorragiques virales de Cotonou, Cotonou, Benin

Thematische Schwerpunkte

  • Ad-hoc-Einsätze
  • Klinisches Management

Fakten

Laufzeit

01.01.2026 - 31.12.2028

Budget

ca. 1.900.000 EUR

Projektländer

  • Benin
  • Guinea
  • Nigeria

Kontakt

Prof. Michael Ramharter
Dr. Till Omansen
Dr. Mirjam Groger
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg, Deutschland
michael.ramharter@ctm.bnitm.de
till.omansen@bnitm.de
mirjam.groger@ctm.bnitm.de

Aktivitäten

  • Forschung und Bereitstellung von Evidenz

    Das Projekt erzeugt praxisorientierte Evidenz zum fortgeschrittenen klinischen Management von Lassafieber und anderen viralen hämorrhagischen Fiebern. Es erfasst systematisch Behandlungsergebnisse, Trainingseffekte und intensivmedizinische Kapazitäten an Partnerstandorten. Die Ergebnisse fließen in klinische Leitlinien ein, stärken die Ausbruchsvorsorge und werden mit nationalen Behörden sowie internationalen Netzwerken geteilt.

  • Netzwerkarbeit und Kooperation

    Mevin 2.0 stärkt die strukturierte Zusammenarbeit mit Gesundheitsministerien, nationalen Public-Health-Instituten und Behandlungszentren in den Partnerländern. Bestehende regionale und akademische Netzwerke werden genutzt, um gemeinsame Schulungen, einen schnellen Informationsaustausch und koordinierte Notfalleinsätze mit Organisationen wie der WHO oder Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières; MSF) zu unterstützen.

  • Kapazitätsentwicklung

    Das Projekt schult Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal in klinischen Grundfertigkeiten und fortgeschrittener Intensivmedizin, einschließlich Sepsis-Management. Das medizinische Personal lernt, Erkrankte unter den strengen Biosicherheitsstandards, die für hochgefährliche Erreger erforderlich sind, sicher zu behandeln.

  • Training und Kompetenzentwicklung

    Das Projekt bietet gezielte Weiterbildung durch kontinuierliches Training am Arbeitsplatz und ein spezielles Intensivpflege-Curriculum. Das medizinische Personal sammelt praktische Erfahrung, etwa beim Erlernen fortgeschrittener Ultraschalltechniken. Ein Train-the-Trainer-Ansatz sowie akademische Forschungsmöglichkeiten befähigen die Mitarbeitenden, zu lokalen Expertinnen und Experten zu werden.

  • Beschaffung von Sachgütern

    Das Projekt wird medizinische Geräte für die Basis- und intensivmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko-Infektionen, wie Beatmungsgeräte, Monitore und diagnostisches Equipment bereitstellen.

  • Unterstützung der Politik

    Ein Hauptziel von MEVIN 2.0 ist die Bereitstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praxisnaher Leitlinien für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit hochgefährlichen Infektionserregern wie Lassafieber. Diese Dokumente werden nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt.

  • Nigerianisch-deutsches Projektteam während einer Trainingsübung zur fortgeschrittenen Betreuung von Lassa-Fieber-Patienten auf der Intensivstation in Irrua, Nigeria (Quelle: MEVIN 2.0)