SCOPE-AMR
Surveillance klinischer Ergebnisse und patientenzentrierter Effekte antimikrobieller Resistenzen
Kontext
Antimikrobielle Resistenzen führen dazu, dass Antibiotika bei bakteriellen Infektionen nicht mehr wirksam sind. Sie stellen eine wachsende Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, insbesondere in Subsahara-Afrika. Ursachen sind unter anderem der unkontrollierte Zugang zu Antibiotika, ihr unsachgemäßer Einsatz in der Human- und Tiermedizin sowie begrenzte Möglichkeiten zur laborgestützten Diagnostik. Viele ländliche Regionen verfügen über keinen ausreichenden Zugang zu Laborleistungen. Zudem gibt es nur wenige Daten darüber, wie eine Infektion durch resistente Erreger den Krankheitsverlauf und das Behandlungsergebnis von Patientinnen und Patienten beeinflussen. Ziel des Projekts ist es, die Surveillance antibiotikaresistenter Bakterien in Ghana und Tansania weiterzuführen und Laborergebnisse systematisch mit klinischen Informationen und Patientenergebnissen zu verknüpfen. Routineproben wie Blut, Urin und Stuhl werden untersucht, um Bakterien zu identifizieren und ihre Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika zu bestimmen. Klinische Daten und Patientenergebnisse werden systematisch erfasst. Ergänzend werden Einflussfaktoren des Gesundheitssystems, der Umgang mit Antibiotika sowie Hygienebedingungen in Krankenhäusern untersucht, um gezielte Präventions- und Kontrollmaßnahmen zu unterstützen. Das Projekt baut auf dem Vorgängerprojekt EXPAND-AMR sowie einer schon bestehenden Surveillance-Infrastruktur auf und wird gemeinsam mit Krankenhäusern, Laboren und Forschungseinrichtungen in Ghana und Tansania sowie internationalen Partnern umgesetzt.
Ziel
Verbesserung der patientenzentrierten Surveillance von antimikrobiellen Resistenzen (AMR) in Tansania und Ghana
In Zusammenarbeit mit
- National Institute for Medical Research (NIMR), Tanga, Tansania
- Health Improvement Project, Zanzibar (HIPZ), Sansibar, Tansania
- Kumasi Center for Collaborative Research (KCCR), Kumasi, Ghana
Thematische Schwerpunkte
Fakten
Aktivitäten
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Forschung und Bereitstellung von Evidenz
Das Projekt generiert Evidenz durch Implementierungsforschung, eine patientenzentrierte AMR-Surveillance sowie Analysen des Antibiotikaeinsatzes und von Resistenzmustern. Es bewertet Interventionen, Infektionskontrollstrategien und die Ressourcennutzung und liefert datenbasierte Erkenntnisse zur Unterstützung von Public-Health-Maßnahmen, zur Optimierung der antimikrobiellen Stewardship und zur Fundierung politischer und klinischer Entscheidungsprozesse in ressourcenbegrenzten Umgebungen.
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Netzwerkarbeit und Kooperation
Das Projekt stärkt bestehende und neue Partnerschaften zwischen Krankenhäusern, Laboren, Forschungseinrichtungen und Gesundheitsbehörden in Ghana, Tansania und Deutschland. Durch regelmäßige Austauschformate, gemeinsame Analysen und abgestimmte Arbeitsprozesse wird die sektorübergreifende Zusammenarbeit im Bereich AMR nachhaltig gefördert.
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Kapazitätsentwicklung
Das Projekt stärkt organisationale Kapazitäten durch den Ausbau der Laborinfrastruktur, die Standardisierung diagnostischer und surveillancebezogener Verfahren sowie die Einführung strukturierter Einarbeitungs- und Wissensmanagementsysteme für Krankenhauspersonal. Es unterstützt die nachhaltige, nationale AMR-Surveillance, verbessert die Datenqualität und schafft institutionelle Rahmenbedingungen für wirksame Infektionskontrolle, antimikrobielle Stewardship und evidenzbasierte Public-Health-Maßnahmen.
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Training und Kompetenzentwicklung
Das Projekt stärkt individuelle Kompetenzen durch strukturierte Schulungen, Mentoring und Wissensmanagement für Krankenhaus- und Laborpersonal. Die Mitarbeitenden werden in diagnostischer Stewardship, AMR-Surveillance und Datenmanagement geschult und durch Forschungsaufgaben sowie digitale Plattformen unterstützt, um eine qualitativ hochwertige und nachhaltige AMR-Überwachung sowie patientenorientierte Versorgung sicherzustellen.
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Unterstützung der Politik
Das Projekt unterstützt die Politikentwicklung durch die Beratung von Gesundheitsministerien zu nationalen AMR-Strategien, Beiträge zur Ausarbeitung von Aktionsplänen sowie die Ausrichtung von Surveillance-Systemen an internationalen Standards. Durch die Integration klinischer, verhaltensbezogener und kontextueller Daten stärkt es evidenzbasierte Entscheidungsprozesse, unterstützt die Gestaltung gesundheitspolitischer Maßnahmen und fördert die Einhaltung der Internationalen Gesundheitsvorschriften.