EMT ReCaP

Stärkung von Emergency Medical Team (EMT)-Kapazitäten und -Partnerschaften durch Lernen und Austausch

Eine Gruppe von Menschen steht draußen und schaut sich Wasserproben an
Teilnehmende eines überregionalen EMT-Trainings in Äthiopien erlernen Methoden zur Wasseraufbereitung zur Ausbruchsbekämpfung (Quelle: EMT ReCaP)

Kontext

Akute Gesundheitskrisen setzen Gesundheitssysteme unter Druck und beeinträchtigen den Zugang zu medizinischer Versorgung in den betroffenen Regionen. Basierend auf den Vorgängerprojekten EMT TT und EMT TTT unterstützt EMT ReCaP den Aufbau von EMT-Krisenreaktionskapazitäten und -partnerschaften in vier Projektländern sowie in der WHO AFRO- und EURO-Region, um qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für Menschen bereitzustellen, die von Gesundheitskrisen betroffen sind. EMT ReCaP nutzt dazu zwei Implementierungsansätze, die auf Austausch und gemeinsamem Lernen auf nationaler, regionaler und überregionaler Ebene gründen. Der EMT-Twinning-Ansatz bezeichnet eine WHO-Methode der gegenseitigen Unterstützung und des gemeinsamen Lernens zwischen klassifizierten EMTs (in diesem Fall vier deutschen EMTs) und Ländern, die EMTs als nationale oder internationale Kapazität aufbauen, darunter Bosnien und Herzegowina, Malawi, Namibia und die Ukraine. Mit dem zweiten Ansatz stärkt EMT ReCaP Partnerschaften und Netzwerke in der EMT-Initiative, um durch Kooperationen und Interoperabilität die EMT-Einsatzvorbereitung und Krisenreaktion zu verbessern. Aufbauend auf den Erfahrungen der deutschen EMT-Community stärkt das Projekt EMT-Strukturen in der WHO AFRO- und EURO-Region sowie interregional, um aktive EMT „Communities of Practice“ zu etablieren. Dies geschieht durch unterschiedliche Austauschformate auf strategischer, operativer und technischer Ebene. Ein Schwerpunkt ist dabei die Stärkung von EMT-Netzwerken zur Ausbruchsbekämpfung.

 

Ziel

Verbesserung der Krisenreaktionsfähigkeit ausgewählter Projektländer sowie der WHO AFRO- und WHO EURO-Region durch Stärkung der Kapazitäten und Partnerschaften von Emergency Medical Teams (EMTs)

 

In Zusammenarbeit mit

  • EMT Secretariat, WHO Headquarters, Genf, Schweiz
  • WHO Regional Office for Europe (WHO EURO), Kopenhagen, Dänemark
  • WHO Regional Office for Africa (WHO AFRO), Brazzaville, Republik Kongo
  • Lviv Regional Center for Emergency Medical Care and Disaster Medicine (Lviv Regional EMS), Lwiw, Ukraine
  • Ministry of Health and Social services, Windhoek, Namibia
  • Ministry of Health, Lilongwe, Malawi
  • Institute of Emergency Care of Sarajevo Canton, Sarajevo, Bosnien und Herzegowina
  • Arbeiter-Samariter-Bund, Köln, Deutschland
  • CADUS e.V., Berlin, Deutschland
  • humedica, Kaufbeuren, Deutschland
  • Johanniter-Unfall-Hilfe, Berlin, Deutschland

Thematische Schwerpunkte

  • Ad-hoc-Einsätze
  • Infektionsprävention und -kontrolle
  • Krisenreaktion

Fakten

Laufzeit

01.01.2026 - 31.12.2028

Budget

ca. 1.630.000 EUR

Projektländer

  • Bosnien und Herzegowina
  • Malawi
  • Namibia
  • Ukraine

Durchführendes Institut

Robert Koch-Institut

Kontakt

Souaad Chemali
Veronika Wolf
Robert Koch-Institut (RKI)
Gerichtstr. 27
13347 Berlin, Deutschland
ChemaliS@rki.de
WolfV@rki.de

Aktivitäten

  • Forschung und Bereitstellung von Evidenz

    Um EMT-Kapazitäten und Netzwerke zur Ausbruchsbekämpfung zu entwickeln und zu stärken arbeitet das Projekt-Team gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern daran, ein Evaluationsinstrument zur Messung der Effektivität von IPC-Interventionen (opera-tional/interventional research) zu entwickeln.

  • Netzwerkarbeit und Kooperation

    Das Projekt fördert aktiv die Etablierung von „Communities of Practice“ in bestehenden EMT-Netzwerken in den WHO EURO- und AFRO-Regionen durch verschiedene Austauschformate und Kooperationen. Das EMT-Twinning stärkt dauerhafte Partnerschaften zwischen Partner-EMTs, die auf gemeinsamem Lernen aufbauen und zugleich das größere EMT-Netzwerk umspannen.

  • Kapazitätsentwicklung

    Das Projekt stärkt EMT-Kapazitäten auf institutioneller Ebene, indem es den Aufbau von Partnerschaften, systemorientiertem Lernen und Interoperabilität innerhalb der EMT-Netzwerke und mit weiteren Partnern (wie Rapid Response Mobile Laboratories/GOARN) fördert sowie die Umsetzung nationaler EMT-Roadmaps unter der Federführung der Projektländer unterstützt.

  • Training und Kompetenzentwicklung

    Das Projekt entwickelt EMT-Fähigkeiten und -Kompetenzen, indem es gezielte und gemeinschaftliche EMT-Aktivitäten durchführt, die das Fachwissen aller EMT-Netzwerkpartner bündeln, wie beispielsweise die Durchführung von EMT-Übungen, gemeinsame Schulungen und Online-Austauschformate.

  • Unterstützung der Politik

    Das Projekt trägt zur Operationalisierung der EMT-Strategie und -Leitlinien auf globaler und regionaler Ebene bei und unterstützt nationale Prozesse zur Umsetzung von EMT-Fahrplänen in Projektländern.