SPHERE
Stärkung der öffentlichen Gesundheitssysteme in der östlichen Region Europas
Kontext
Das SPHERE-Projekt baut auf eine seit 2016 bestehende Zusammenarbeit mit Ländern des Westbalkan (WB) auf und schließt an den Erfolg des Projekts „Strategische Partnerschaft zum Gesundheitsschutz im Westbalkan“ (WASP) an. SPHERE zielt weiterhin darauf ab, die Public-Health-Institute in Montenegro, Kosovo, Albanien und Nordmazedonien zu unterstützen, ihre Kapazitäten in zwei Arbeitsbereichen (WA) zu stärken: WA1 beinhaltet die Überwachung und Meldung von nosokomialen Infektionen (HAI), Antibiotikaresistenzen (AMR) und Antibiotikaverbrauch (AMC). Ziel ist es, die Datennutzung für evidenzbasierte Maßnahmen sowie die Berichterstattung an regionale und internationale Netzwerke zu stärken. Die Aktivitäten tragen zur Umsetzung nationaler AMR-Aktionspläne bei und beinhalten Kapazitätsaufbau sowie Antibiotic-Stewardship-Programme. Die Stärkung der genomischen Surveillance von AMR-Erregern erhöht die Effektivität der Krankheitsüberwachung und unterstützt die frühzeitige Ausbruchserkennung sowie gezielte Gegenmaßnahmen. WA2 umfasst die Vorsorge für und Reaktionsfähigkeit bei gesundheitlichen Notlagen. Dieser Arbeitsbereich verknüpft Maßnahmen der Pandemie- und Epidemieprävention mit der Stärkung der Reaktionsfähigkeit auf gesundheitliche Notlagen, um die Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) im WB zu unterstützen. Er adressiert Defizite in nationalen Vorsorgeplänen, der grenzüberschreitenden Koordinierung sowie der operativen Reaktionsfähigkeit, und stärkt die effiziente Diagnostik von Infektionserregern. Zu den Aktivitäten zählen unter anderem die Entwicklung, Harmonisierung und Erprobung multisektoraler Leitlinien für Vorsorge und Reaktion durch Simulationsübungen oder die Operationalisierung der IGV-Kernkapazitäten.
Ziel
Verbesserung der Kapazitäten zur Pandemievorsorge und -bekämpfung sowie Überwachung von antimikrobiellen Resistenzen in den westlichen Balkanstaaten durch gezielte Stärkung nationaler Gesundheitssysteme
In Zusammenarbeit mit
- Institute of Public Health of Montenegro, Podgorica, Montenegro
- National Institute of Public Health Kosovo, Pristina, Kosovo
- Institute of Public Health Albanien, Tirana, Albanien
- Institute of Public Health Nordmazedonien, Skopje, Nordmazedonien
Thematische Schwerpunkte
Fakten
Aktivitäten
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Netzwerkarbeit und Kooperation
Das SPHERE-Projekt zielt darauf ab, die regionale Zusammenarbeit der WB-Länder zu fördern, insbesondere in den Bereichen AMR-Surveillance sowie Pandemievorbereitung und -reaktion. Dies erfolgt durch einen Schwerpunkt auf regionale Schulungen, den Aufbau eines supranationalen Surveillance-Netzwerks (EpiTel) sowie die Einbindung der Länder in internationale Netzwerke (z.B. das Central Asian and European Surveillance of Antimicrobial Resistance Netzwerk – CAESAR).
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Kapazitätsentwicklung
Die Stärkung ausgewählter IGV-Kernkapazitäten ist eines der Ziele des Projekts. Dazu gehört die Unterstützung beim Aufbau nationaler und regionaler Krisenmanagementstrukturen, die Implementierung digitaler Systeme für die Überwachung und Meldung von AMR, HAI und AMC sowie die Verbesserung der Laborinfrastruktur und der molekularen Diagnostik, einschließlich genomischer Surveillance.
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Training und Kompetenzentwicklung
Während der gesamten Projektlaufzeit werden zahlreiche Workshops und technische Schulungen durchgeführt, um die Kapazitäten in zentralen Bereichen zu stärken. Dazu zählt die Erhebung und Analyse von AMR-Daten, Molekulardiagnostik, genomische Sequenzierung sowie generisches Krisenmanagement.
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Unterstützung der Politik
Das SPHERE-Projekt unterstützt die Projektländer bei der Entwicklung und Überarbeitung nationaler Leitmaterialien zur Umsetzung der IGV unter Einbeziehung multisektoraler Akteurinnen und Akteure sowie bei der Entwicklung und Harmonisierung von Leitlinien und Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures, SOPs).