Neue Veröffentlichung zu Genom-Surveillance von ESBL-produzierenden E. coli aus kommunalen Abwässern in São Tomé und Príncipe
Im Februar dieses Jahr hat das BNITM gemeinsam mit dem Laboratório Nacional de Referência da Tuberculose eine Studie veröffentlicht, in der hohe Konzentrationen antibiotikaresistenter E. coli im Abwasser in São Tomé festgestellt wurden.
Das Auftreten und die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien in Umweltgewässern stellen ein wachsendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar – insbesondere in ressourcenarmen Regionen. In der Stadt São Tomé wurde ein auf Abwasser basierendes Surveillance-System zur Überwachung dieser Bakterien in der Bevölkerung eingerichtet, das eine praktische Möglichkeit bietet, die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zu überwachen, besonders an Orten, an denen die klinische Surveillance unzureichend ist.
Die Studie konzentrierte sich auf Escherichia coli, die Extended-Spectrum-β-Lactamase (ESBL) produzieren, eine Gruppe von Bakterien, die gegen häufig verwendete β-Lactam-Antibiotika resistent sind und dadurch Standardbehandlungen wirkungslos werden lassen.
Über 11 Monate wurden Wasserproben an sechs Abwassersammelstellen in der Stadt São Tomé entnommen. Insgesamt wurden 115 ESBL-produzierende E. coli-Isolate mittels Long-Read-Gesamtgenomsequenzierung analysiert, was zu qualitativ hochwertigen Genomenrekonstruktionen und assoziierten Plasmiden führte. Eine umfassende Analyse der Antibiotikaresistenzgene, virulenzassoziierten Gene, mobilen genetischen Elementen und phylogenetischen Beziehungen wurde durchgeführt.
Die Ergebnisse weisen auf das Vorkommen von Multi-Medikamentenresistenzen und hochmobilen Resistenzgenen in der kommunalen Umgebung hin und zeigen die Ausbreitung von Resistenzen in den Gewässern. Die phylogenetische Analyse ergab zudem eine hohe genetische Vielfalt unter den Isolaten, was auf unterschiedliche Quellen der resistenten Bakterien im kommunalen Abwasser hindeutet.
Die Ergebnisse heben den Wert der Abwasserüberwachung als Instrument zur Erkennung und Charakterisierung von Antibiotikaresistenzen in Gebieten ohne feste Abwassersysteme hervor. Zudem machen sie deutlich, dass eine koordinierte „One Health“-Strategie – die den klinischen, tiermedizinischen Bereich sowie die Umwelt umfasst – erforderlich ist, um die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen einzudämmen.
Der Open-Access-Artikel wurde am 18. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Water Research X veröffentlicht (https://doi.org/10.1016/j.wroa.2026.100512):