Wissenschaftlicher Austausch zur Stärkung der Reaktionsfähigkeit auf Infektionskrankheiten

Im Laufe des Jahres 2025 waren vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Nigeria Centre for Disease Control and Prevention zu Gast am Robert Koch-Institut. Gemeinsam mit dem NiCaDe-Team vertieften sie ihre Zusammenarbeit und ihre Kenntnisse in den Bereichen Datenanalyse, Forschung und im Umgang mit Infektionskrankheiten.

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Zwei Männer in formalen Anzügen überreichen sich gegenseitig ein Dokument
FG 37-Teamleiter Dr. Tim Eckmanns überreicht Dr. Oluwaseun Odebajo eine Urkunde für seine Teilnahme am wissenschaftlichen Austausch (Quelle: RKI)

Das Projekt „Nigeria Centre for Disease Control: Capacity Development for Preparedness and Response to Infectious Diseases“ (NiCaDe) verbindet das Nigeria Centre for Disease Control and Prevention (NCDC) und das Robert Koch-Institut (RKI) in einer langjährigen Partnerschaft. Im Rahmen der zweiten Projektphase waren im Laufe des Jahres 2025 vier Forschende des NCDC am RKI zu Gast, um den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

So besuchte Dr. Oluwaseun Odebajo vom 25. Mai bis 25. Juni die Abteilung für Nosokomiale Infektionen, Surveillance von Antibiotikaresistenz und -verbrauch (FG 37). Bei diesem Besuch ging es thematisch vor allem um Antimikrobielle Resistenzen (AMR) und der Austausch hatte insbesondere das Ziel, analytische und Publikationsaktivitäten auf Basis der NiCaDe-Projektergebnisse voranzutreiben. Dabei prüften das NiCaDe-AMR- und Data-Science-Team der Abteilung 37 und Dr. Odebajo über 20 Projektberichte, harmonisierten Datensätze, bereinigten und analysierten die Daten und verfeinerte die Interventions-Outcome-Matrix. Zudem standardisierten sie Datenextraktionsprozesse und sichteten unterstützende Literatur zur Vorbereitung des Manuskripts.

Dr. Johnson Ojo vom NCDC verbrachte seinen Aufenthalt vom 4. August bis 24. Oktober an der Abteilung 15 für „Erreger der viralen Gastroenteritis und Hepatitis sowie Enteroviren“ des RKI. Ziel war die Charakterisierung von Hepatitis- und Gastroenteritis-Proben von Erkrankten hinsichtlich zirkulierender endemischer Viren. Das erfolgte einschließlich von Hepatitis-B-, -C-, -D- und -E-Viren sowie Rotaviren und Noroviren. Dr. Johnson wurde in der Virusvermehrung in der Analyse von Virusgenotypen mittels phylogenetischer Analysen von Sequenzierungsdaten geschult.

Projekt
NiCaDe II
Autor*in
  • Rehema Moirongo
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Dominik Harms
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • Flora Haderer
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Die wissenschaftlichen Fachkräfte Chinedu Okoroafor und Jerome Dooga arbeiteten vom 23. Oktober bis 4. November in der ZIG-Geschäftsstelle des RKI. Während dieser Zeit analysierte das NiCaDe-IPC-Team Monitoring- und Evaluationsdaten, bereitete Präsentationen vor und verfasste Manuskripte. Darüber hinaus wurden die NCDC-Evaluierungsergebnisse des PALS-IPC-Trainings präsentiert und es wurde erläutert, wie der Ansatz Participatory Approach to Learning in Systems Gemeinden im Rahmen der ZIG Talk-Reihe zu Community-Led Approaches to Health Equity einbindet.

Neben der Förderung der wissenschaftlichen Ziele des NiCaDe-Projekts stärkte der Austausch auch die institutionelle Zusammenarbeit und erweiterte die fachlichen Kapazitäten in den Bereichen Datenanalyse, wissenschaftliches Schreiben und interdisziplinäre Teamarbeit.

Der Besuch wurde durch die Unterstützung des RKI-Zentrums für Internationalen Gesundheitsschutz (ZIG) im Rahmen des Scientific Exchange Program (RIO) ermöglicht.

 

Gruppenfoto: Drei Männer mit Ausweiskärtchen und Chips Anhängern an der kleidung tragend blicken in das Bild
Gruppenfoto der RIO-Teilnehmer (von links nach rechts) Dr. Oluyinka Opaleye, Dr. Dominik Harms als fachlicher Betreuer aus dem FG15 und Dr. Johnson Ojo (Quelle: RKI)

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